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Pressestimmen zum
11. Sufi-Soul Open Air- Festival 2010
Besucher aus aller Herren Länder
In der Osmanischen Herberge in Sötenich fand am Wochenende vom 17. und 18. Juli zum mittlerweile elften Mal das Sufi-Soul-Festival statt, das sich längst zu einem der größten Musikfeste dieser Art in Deutschland gemausert hat.
Kall-Sötenich - Der Geruch exotischer Gewürze lag in der Luft, vermischt mit dem Duft frisch gegarten Fleisches. An kleinen Ständen feilgeboten wurden hier seidene Kleider und Gewänder in schillernd bunten Farben, dort Schmuck oder Holzstücke, aus denen das Aroma von Erdbeeren, Mangos oder Ananas strömte. Ringsherum flanierten Dutzende Menschen in farbenfrohen Gewändern - nicht selten mit einem Turban auf dem Kopf - und sorgten mit einem Mischmasch verschiedener Sprachen für eine atmosphärische Geräuschkulisse.
Einzig die Fichten im Hintergrund passten nicht so recht ins Bild und erinnerten einen daran, dass man sich nicht auf einem orientalischen Markt, sondern im Garten der Osmanischen Herberge in Sötenich befand. Dort fand am Wochenende zum mittlerweile elften Mal das Sufi-Soul-Festival statt, das sich längst zu einem der größten Musikfeste dieser Art in Deutschland gemausert hat.
Der orientalische Flohmarkt bildete den Rahmen, in dem Künstler wie die preisgekrönte philippinische Sängerin Aisenur Helen , der Chapmanstick-Virtuose Hans Hartmann oder die Gruppe Naghma mit ihrer aus Reggae, Jazz, Latin und nordafrikanischen Klängen bestehenden Musik auf die Open-Air-Bühne traten.
Das Sufi-Soul-Festival, erklärt Ahmad Adamek , verfolge zunächst zwei Ziele: „Wir wollen einerseits zeigen, dass der Islam vielfältig ist - und dazu gehört eben auch die Musik. Andererseits ist das Festival immer ein großes Treffen von Muslimen aus der Region und praktisch aus der ganzen Welt.“
Spätestens wenn Ahmad Adamek aufzählt, von wo einzelne Besucher angereist sind, weiß man, dass „aus der ganzen Welt“ wörtlich gemeint ist: Aus Frankreich, Spanien und Italien, aber auch aus Afghanistan, Pakistan und sogar aus Australien sind sie gekommen, aus England sind 100 Leute mit dem Bus angereist.
Spontan vorbeigekommen
Während die Besucher von weither meist Muslime sind, kommen auch immer mehr Leute zum Festival, die keine Muslime sind. „Wir freuen uns gerade über Gäste, die hier einfach spontan vorbeikommen“, sagt Ahmad Adamek und erzählt umgehend von einer Begegnung, die erst wenige Minuten zurückliegt. Ein niederländisches Paar sei mit Fahrrädern an der Herberge entlanggefahren, der Mann habe „O-s-m-a-n-i-s-c-he H-e-r-b-e-r-ge“ vom Schild abgelesen. Auf seine Einladung hin hätten die beiden direkt zugesagt, später vorbeizukommen. Genau so etwas freut Ahmad Adamek: „Durch Veranstaltungen wie unser Festival können wir das häufig engstirnige Bild des Islam erweitern.“
Um auch die Nachbarn in das Sufi-Soul-Festival einzubinden und sich für deren Verständnis für die erhöhte Lautstärke zu bedanken, haben sich die Veranstalter um den Leiter der Osmanischen Herberge, Scheikh Hassan Peter Dyck , in diesem Jahr etwas Besonderes einfallen lassen: Bruder Ahmadullah brachte den Nachbarn jeweils ein kleines Präsent sowie mittags und abends das Essen vorbei, das es auch beim Festival gab. Einige von ihnen schauten inzwischen aber auch regelmäßig auf dem Festival vorbei, so Ahmad Adamek.
Den musikalischen Auftakt machte am Samstag die Gruppe „Cultural Resonance“, für die der englische Sänger Kaiser Mo das Publikum mit einem „Salem Aleikum, people“ begrüßte und sogleich mit einem Rap loslegte. Nach weiteren vielfältigen musikalischen Klängen auf der Open-Air-Bühne präsentierte sich später am Abend im großen Veranstaltungssaal auch Scheikh Hassan Dyck mit seiner Band. Sonderlich viel Schlaf, erklärte Ahmad lachend, würden angesichts eines so umfangreichen Festivalprogramms trotz der in der Osmanischen Herberge vorhandenen Schlafplätze nur die wenigsten bekommen.
(aus: Kölnische Rundschau , von Michael Schnitzler, 19.07.2010
Sufi-Soul-Festival 2010
Reggae, Jazz und Kasatschok
Weltmusik an der Osmanischen Herberge: Mehr als 400 Besucher waren am Wochenende zum Open-Air-Spektakel gekommen. Die Musiker spielten teilweise exotische Instrumente, unter anderem die indische Harfe und die Dombag-Trommel.
Kall-Sötenich - Fröhlich, bunt und Freude im Herzen - mit diesen Worten kann man das zweitägige „Sufi-Soul-Festival“ in Sötenich wohl am treffendsten beschreiben. Mehr als 400 Besucher aller Länder und Nationen, darunter zahlreiche Familien mit Kindern, waren schon am ersten Veranstaltungstag in die Osmanische Herberge gekommen. Sie kampierten auf der großen Wiese oder schlenderten entlang der Stände, an denen Tücher, Kalligraphien und handgefertigter osmanischer Schmuck angeboten wurden.
„Falafel-Meister“ aus Bagdad
„In den Anfangsjahren haben wir noch Eintritt genommen“, erklärte Gastgeber Ahmad Adamek vom „Verein für neue deutsche Muslime“. Das habe jedoch vermutlich nicht wenige Menschen vom Besuch der Veranstaltung abgehalten. „Dann haben wir uns überlegt, einen anderen Weg zu gehen. Nun bitten wir unsere Gäste um Spenden, und am Ende kommt genauso viel zusammen. Jetzt geben die Menschen Geld für das, was ihnen gefällt. So haben alle ein besseres Gefühl“, schmunzelte Adamek, der sich bei der Organisation der elften Auflage des Sötenicher „Weltmusik-Festivals“ noch einmal übertroffen hatte.
Während der Duft orientalischer Öle, Gewürze und Speisen aus der Küche von „Falafel-Meister“ Amir aus Bagdad durch den Garten zog, eröffnete das Trio „Cultural Resonance“ den musikalischen Reigen mit Klängen der indischen Harfe. Im Anschluss daran folgte mit Aisenur Helen eine preisgekrönte Sängerin von den Philippinen. Zwischendurch erzählte der spirituelle Leiter der Osmanischen Herberge, Scheik Hassan Dyck, in einer kleinen, selbst erdachten Geschichte von der Entstehung der Musik.
Ihr zufolge fehlten einst Adam und Eva die Worte, um ihren Kindern und Enkeln vom Paradies zu erzählen. Daraufhin schenkte ihnen ein Engel die Gabe des Gesangs. Da die Artikulation der Männer gegenüber den Frauen dennoch recht brummig klang, lehrte er sie, Instrumente zu bauen, die die Stimmen der Frauen nachahmten und sie begleiten konnten. Daraus entwickelten sich der Geschichte zufolge Melodien, Rhythmen und Tänze. Die Musik kam in die Welt.
„Ottoman Empire Soundsystem“
Wie gut das funktioniert hat, zeigte wenig später die Nachwuchsband „Ottoman Empire Soundsystem“ um Frontmann Chaldun und Rapper Buju aus Haiti, die in arabischer, englischer, deutscher, französischer und spanischer Sprache den Begriff der Weltmusik im besten Sinne verkörperten. Saxophonist Bilal war vielen Jugendlichen schon aus seiner Zeit als Musiker der Berliner Ska-Band „Tiefenrausch“ bestens bekannt. In ihrem Bestreben, ohne erhobenen Zeigefinger Brücken zwischen den verschiedenen Religionen und Kulturen zu bauen, boten die jungen Musiker einen fetzigen Mix aus teilweise 700 Jahre alten arabischen Stücken, die sie mit Latin, Reggae und russischem Kasatschok kombinierten,
Dann folgte mit der Schweizer Band „Naghma“ der erste Top-Act des Abends. Nach einer Gebetspause betrat gegen 22.30 Uhr Jazzmusiker Hans Hartmann die Bühne. Er gilt als einer der begnadetsten Virtuosen am „Chapman Stick“, einem recht seltenen Saiteninstrument.
Zum Abschluss stellte Mahmood Sabri an der indischen Dombag-Trommel recht fulminant unter Beweis, warum er - gemeinsam mit seinem Bruder - in seiner Heimat Pakistan in einem Atemzug mit den „Rolling Stones“ genannt wird.
aus: Kölner StadtAnzeiger von Claudia Hoffmann, 18.07.10
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